Warum sind wir eigentlich so in Eile? Sunday Thoughts

Hello Beautiful People,

WE ARE BACK! 

Nach einer 1 monatigen Social Media Pause sind wir wieder zurück und voller Ideen und Inspirationen. 

Wir wollen diesen Sonntag mit ein paar "Sunday Thoughts" zum Thema Eile beginnen. Das Konzept der Eile könnte man wahrscheinlich schon fast als Volkskrankheit betiteln. Bewegungen wie "Slow Living" und "Slow Food" gewinnen immer mehr Anhänger.

Aber wann hat die Eile unser Leben eingenommen und wie sehr beeinflusst sie uns? Gibt es Wege, aus der Eile in die Ruhe zu kommen?

Hier unsere "Sunday Thoughts" zum Thema Eile.

EILE, was ist das eigentlich?

Keine Zeit haben, schnell von A nach B rennen, beschäftigt sein. Die offizielle im Duden eingetragene Definition von Eile lautet: "Bestreben, Gedrängtsein, etwas so schnell wie möglich zu erreichen/ erledigen" Deutscher Duden, 2019.

Eile war früher ein gelegentlicher Zustand in unserem Leben. Aber warum haben wir das Gefühl, dass Eile zu einem von uns akzeptierten Dauerzustand in unserer Gesellschaft wird?

Das Konzept der Eile ist besonders im Bereich der Digitalisierung zu sehen. Wir müssen immer erreichbar sein, schnell auf Mails und Nachrichten reagieren, und noch schneller arbeiten. Informationen waren nie so schnell und mannigfaltig greif- und abrufbar. Die allgemeine Erwartung, dass alle noch schneller agieren, war aber auch noch nie so ausgeprägt.

Doch es geht hier nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um die Quantität der Aufgaben, die wir uns aufhalsen. Wir wollen immer mehr Aufgaben in den Tag hinein stecken. Wir wollen mit immer weniger Schlaf auskommen, um mehr erledigen zu können. Auf Youtube gibt es zahlreiche Tutorials, wie man sich darauf trainiert, täglich mit 5 Stunden Schlaf auszukommen. Warum streben wir so etwas an?

Das Konzept der "Zeit" scheint zum wertvollsten Gut geworden zu sein und doch setzen wir alles daran immer beschäftigt zu sein. Wenn wir wirklich Zeit haben wollen, warum nehmen wir sie uns nicht?

Gabriele Randak führt letzteren Gedanken in ihrem Artikel auf fuckluckygohappy.com weiter aus:

"Sicherlich ist ‚Keine Zeit’ längst zu einem Statussymbol und zum Gradmesser für die Bedeutung eines Menschen geworden. Keinen vollen Terminkalender zu haben und das auch noch locker zu sagen, ist doch ein bisschen peinlich, oder?" Gabriele Randak 2019

Das würde ja gar bedeuten, dass wir in Eile sein wollen und "Zeit haben" unser Leben als unwichtig erscheinen lässt?! Auch wenn dieser Gedanke sehr direkt formuliert ist, ist schon etwas an ihm dran. Wenn wir einen freien Tag haben, setzen wir alles daran ihn mit Aktivitäten zu füllen, anstatt einfach mal in den Tag hinein zu leben. Wir fühlen uns schlecht, wenn wir an einem Tag mal nicht produktiv waren.

Seit wann messen wir unseren Wert an unserer Eile und unserem Beschäftigtsein?

Eile als Lebenseinstellung und wie sie uns beeinflusst

In seinem Buch "Happy Workoholics" schreibt der Philosoph Ralf Konersmann: "Heute aber tritt die Unruhe in allen Lebensbereichen auf. Sie maskiert sich als Aktion, Veränderung, Bewegung, als Wandel, als Zerstreuung, Stress oder Burnout." Konersmann stellt fest, dass sie "nicht in Gestalt der Beschleunigung oder der Gier in die eben noch intakte Welt eingebrochen“ ist. "Vielmehr haben wir selbst die Ruhe als lethargisch und lähmend unter Verdacht gestellt, haben das Stehenbleiben und Nichtvorankommen, den Stau und die Flaute zu Inbegriffen des Schreckens gemacht. So wurde die Unruhe zum Konsens der Moderne." Ralf Konersmann, 2019

Konersmann nennt es Unruhe, wir nennen es Eile.

Ist Eile zum neuen Normalzustand geworden? Ist Ruhe ein von uns definiertes Zeichen des Versagens geworden?

Warum haben wir sonst so große Probleme in Stille zu sein und mal nichts zu tun? Warum erzählen so viele Leute davon, dass ihnen 2 Minuten Meditation und "Nichts-tun-und-denken" so schwer fallen?

Das Konzept der Eile hat sich also durchaus in unserer Gesellschaft etabliert. Es beeinflusst nicht nur unsere täglichen Aktivitäten, sondern auch unser Verständnis von Selbstwert. AUTSCH!

Wege um aus der Eile in die Ruhe zu kommen

Movements wie die "Slow Living" Bewegung zeigen: Die Menschen wachen auf und merken, dass da irgendwas nicht richtig läuft beim ständigen "in Eile sein". Man versucht aus der Eile wieder in die Ruhe zu kommen.

Welche Wege gibt es also, um weniger in Eile zu sein? Hier unsere 5 Tipps

1. Die "I decide"- Einstellung annehmen

Wir sind allein verantwortlich für unser Leben. Wir entscheiden, wie wir es füllen. Oftmals vergessen wir das und begeben uns in den ewigen Strudel des passiven Reagierens. Wir müssen aufwachen und die Einstellung annehmen, das nur wir entscheiden, mit welchen und wie vielen Tätigkeiten wir unser Leben füllen. Damit bestimmen wir indirekt auch unser Niveau der Eile. 

2. Ruhe als neuen bestrebten Zustand ansehen

Dies müssen wir für uns selbst lernen und aber auch im Miteinander üben.

"Ruhe ist Luxus und ein Zeichen eines wohl priorisierten und organisierten Lebens." Diesen Gedanken sollten wir re-manifestieren und wieder neu leben. 

Wer in Eile ist, hat seine Zeit nicht optimal eingeteilt und seine Aufgaben nicht optimal geplant. Wer Zeit hat, beherrscht ein gutes Zeitmanagement und  organisiert seine Aufgaben treffend. Phasen des "Nichts Tuns" im Alltag bedeuten nicht, dass wir unwichtig oder nicht produktiv sind. Ganz im Gegenteil sogar. In der Ruhe schaffen wir es, unseren Alltag "bewusst" zu leben und nicht nur "reaktiv" zu sein.

Sobald wir diese Gedanken etabliert haben, können wir die Eile auch besser aus unserem Leben verbannen.

3. "Nichts Tun" üben

Das ist wohl einer der schwersten Wege um aus der Eile zu kommen. Wir sollten das "Nichts Tun" üben, um uns mit der Ruhe wieder wohl zu fühlen. 

Meditation ist hier einer von vielen Wegen. Wenn wir Morgens und Abends jeweils nur 5 Minuten nutzen um einfach nur da zu sitzen und an nichts zu denken, lernen wir Schritt für Schritt den Normalzustand der Ruhe wieder zu schätzen.

Wenn wir unterwegs sind oder eine Tasse Tee oder Kaffee trinken, können wir einfach mal unsere Blicke schweifen lassen, anstatt unser Gehirn mit zusätzlichen Triggern wie Social Media oder News zu beschäftigen.

4. Ein "Pro- Ruhe" Zeitmanagement einführen

Wir brauchen ein neues Zeitmanagement, welches Eile ablehnt und Ruhe unterstützt. Das bedeutet, dass wir Aktivitäten nicht mehr eng takten und die Anzahl der Aktivitäten minimieren. Weniger machen und mehr Zeit pro Aufgabe einplanen. 

Auch wenn dies bei der Arbeit nicht immer möglicht ist, können wir dies doch immerhin in anderen Bereichen des Alltags einbauen. Zum Beispiel nehmen wir uns mehr Zeit um von einem zum anderen Termin zu kommen und überlegen uns zwei Mal, ob wir das neue Hobby wirklich anfangen wollen.

5. Ruhe im Miteinander vorleben

Dieser Punkt geht über uns als Individuen hinaus.

Erst wenn wir unsere Ruhe im Miteinander vorleben und Eile öffentlich ablehnen, kann Veränderung in der Gesellschaft statt finden. Im Diskurs bei Terminfindungen, oder im Joballtag können wir mit gutem Beispiel voran gehen und unseren Mitmenschen die Ruhe vorleben. 

Ob wir es wohl irgendwann schaffen, die Eile als Normalzustand aus unserer Gesellschaft zu verbannen? Eins ist sicher: Wer bei sich den Anfang macht, macht den Anfang für das große Ganze.

Wir hoffen, dass euch der Blogpost gefallen hat.

Was sind eure Gedanken dazu? Schreibt es uns bei Instagram oder hier in den Kommentaren <3

 

Bis dahin!

 

LOVE, Levity <3

 

 

Sources:

https://www.fuckluckygohappy.de/immer-in-eile-warum-wir-viel-mehr-zeit-haben-als-wir-denken/, 2019

 https://www.cicero.de/kultur/unruhe-als-lebenseinstellung-so-eile-denn-zufrieden/59361, 2019

 


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